Fragen an Stefan Haufe

Interview Stefan Haufe

Das Wirtshaus im Spessart, Mirandolina und Das Dschungelbuch – das sind die drei Stücke der Saison 2017 – warum, glaubst Du, passen diese drei Stücke so gut zu unseren Festspielen?

Alle Stücke kommen trotz anspruchsvoller Vorgaben leicht und humorvoll daher. Das habe ich mir für meine Premieren-Saison bei den Rosenberg Festspielen gewünscht. Außerdem sollten die Titel alle noch neu in der Festspiel-Historie sein, und den Gast-Schauspielern ausreichend Beschäftigung bieten. Dazu kommt, dass die Eröffnungspremiere „Das Wirtshaus im Spessart“ auch viele Aufgaben für die bewährten Kronacher Kräfte bereit hält.

 

Du wohnst mit Deiner Familie in Schwerin. Was hat Dich gerade in diese Ecke von Deutschland verschlagen?

Das Theaterleben hält immer Überraschungen bereit ;-) Ich folgte dem Ruf von Opernintendant Werner Saladin ans Mecklenburgische Staatstheater. Ein großer Theatermann, dessen Name mir schon seit meiner Kindheit ein Begriff war.

 

Du bist, wenn wir das so sagen dürfen, schon lange im Theatergeschäft. Welches waren Deine Hauptstationen?

Natürlich zunächst die Häuser, an denen ich mehrere Jahre beschäftigt war. Meine Tänzerzeit in Nürnberg, die erste Ballettdirektion in Nordhausen, dann Schwerin, wo ich mit meiner Familie sesshaft wurden. Als Freiberufler gab es dann u.a. das kleine Theater in Annaberg-Buchholz, an dem ich die ersten Musicals inszenieren durfte, oder das Stadttheater Bremerhaven, wo ich von 2008-2010 die großen Operettenproduktionen verantwortete. Intendantenwechsel machen das Leben dann ein wenig “unstet“ ;-) aber ich möchte die Vielfalt an Erfahrungen und Menschen, die ich in den letzten Jahren kennen lernen durfte, egal an welchem Ort, nicht missen!

 

Bei den Kronacher Festspielen inszenierst Du „Das Wirtshaus im Spessart“. Was reizt Dich gerade an diesem Stück so besonders?

Wie oben schon angedeutet, wollte ich zu Beginn ein Stück, in dem sich alle Kräfte der Rosenberg-Festspiele bündeln lassen. Und auch wenn wir auf eine Sprechtheater-Fassung zurückgreifen (es gibt ja auch eine Musical-Fassung mit Musik von Franz Grothe), so ist der Stoff für eine sehr lebhafte Inszenierung geeignet. Außerdem wollen wir uns wieder dem Grundsatz nähern: Kompakt und kurzweilig in 90 Minuten.

 

Die Vorbereitung zu den Festspielen laufen zwar längst, aber ab wann wird es denn in Kronach für Dich so richtig losgehen?

Ich habe im Winterhalbjahr noch Verpflichtungen andernorts abzuarbeiten, versuche aber jeden Monat für einige Tage persönliche vor Ort zu sein. Handy, Video, E-Mail u.a. vereinfachen natürlich die Organisation auch von außerhalb. Ab April werde ich dann sehr oft vor Ort sein, und ab Mitte Mai beginnen die täglichen Proben.

 

Und zum Schluss. Du warst nun bereits einige Mal auf Stippvisite in unserer Lucas-Cranach-Stadt. Wie gefällt es Dir bei uns?

Ich hatte zuletzt nicht das große Wetterglück, bin aber jetzt schon sehr angetan von der Schönheit der Stadt. Ab April wird man mich sicher häufig mit dem Fotoapparat in der Hand antreffen ;-)