Die Geschichte der Festspiele auf der Festung Rosenberg

Festspielgeschichte

Freilichttheater hat auf der Festung Rosenberg durchaus Tradition. Bereits 1932 brachte der Kronacher Schriftsteller Andreas Bauer hier sein eigenes Stück „Die Schweden vor Kronach“ auf die Bühne, allerdings auf einer der hinteren Bastionen. In den 50er Jahren folgte dann sein Werk „Der Sündermaler“. Beide Male ging es um Kronacher Geschichte, und es waren Spektakel, an denen die Kronacher Bevölkerung regen Anteil nahm, sei es nun als Mitwirkende auf der Bühne selbst oder aber als Zuschauer. 

Und dann wurden 1995 die Faust-Festspiele „aus der Taufe gehoben“.

Aus einer ehemaligen Schul- und Studententheater- Gruppe (der Freien Werkbühne Kronach) formte sich ein Team, bestehend aus Barbara Dicker und Hans Kurz, Ulrike Mahr, Eva Müller, Daniel Leistner und Holger Lappe, und beschloss, unter der Leitung von Ulrike Mahr und Daniel Leistner und unter dessen Regie Goethes „Faust I“ erstmalig auf die Bastion Maximilian zu bringen.

Auf der Tribüne hatten damals keine 350 Zuschauer Platz, und es waren auch nur 11 Aufführungen angesetzt. Dennoch sahen im Jahr 1995 über 4000 Zuschauer das Stück, da man zu jeder Aufführung aus der in unmittelbarer Nähe gelegenen Festungs- Gaststätte bis zu 60 Stühle pro Abend brachte und als zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung stellte. Eine Kronacher Legende war geboren.

Beginnend mit diesem einzigen Stück – „Faust I“ – nahmen die Faust- Festspiele unter der Intendanz von Daniel Leistner von Jahr zu Jahr an Umfang und Bedeutung zu und entwickelten sich nach und nach zu einer fixen Größe in der Region. Die Zuschauer- Tribünen wuchsen, die Anzahl der gespielten Stücke ebenso, der „Kronacher Faust“ aber wurde ohne Unterbrechung 20 Jahre lang gespielt, von 1995 an bis einschließlich 2015. In den ersten neuen Jahren verkörperte dabei Ulrike Mahr sehr erfolgreich die Rolle des weiblichen Mephisto, 2015 schließlich wurde die Inszenierung gewissermaßen gekrönt, indem Gaststar Uli Scherbel in der Rolle des Mephisto  das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss. 

In den 20 Jahren Faust- Festspiele ist viel passiert. Beziehungen und Ehen wurden geschlossen und getrennt, Kinder wurden geboren und wuchsen zu jungen Erwachsenen heran, auch Krankheits- und Todesfälle gehörten dazu. Die Festspiele waren eng mit Stadt und Landkreis verbunden und waren so nicht nur der kulturelle Höhepunkt des Sommers, sondern spiegelten auch in ihrem inneren Mikrokosmos das äußere Leben ihrer Umgebung wider. 

Nachdem die Stadt im Herbst 2015 beschloss, sich vom bisherigen Intendanten Daniel Leistner zu trennen, benannte man das Freilichttheater in Rosenberg Festspiele um und wagt sich 2016 an einen Neuanfang. Dabei sollen durchaus altbewährte Traditionen fortgeführt werden, die man mit kreativen Neuerungen ergänzen und erweitern will.

Die Stadt Kronach ist über 1000 Jahre alt. Die Mauern der Festung Rosenberg haben schon viel gesehen. Sie werden auch diesen Neuerungen trutzig und trotzig standhalten.

Wie gesagt haben sich viele Geschichten zugetragen in den bisherigen 20 Jahren der Festspiele. Aber nachfolgend haben wir Zahlen und Kuriositäten zusammengetragen, die einen kleinen Einblick geben sollen. Auf Vollständigkeit wird hierbei kein Anspruch erhoben!